Foto:Astrid Lindgren Aktiebolag
Astrid Lindgren and brother Gunnar, early 70s

Astrid Lindgren aus Vimmerby

Als Astrid Anna Emilia Ericsson am 14. November 1907 auf dem Hof Näs bei Vimmerby geboren wurde, ahnte wohl niemand, was aus ihr einmal werden würde. Auch wenn es einige Anzeichen gab. Sie war ein lebhaftes Mädchen, sowohl körperlich als auch geistig. Flink zu Fuß und schnell beim Denken, beweglich im Körper und in der Phantasie. Abenteuerlich und verspielt. Eine begabte Erzählerin schon als Kind.

Als Astrid Lindgren Anfang der 1940er Jahre ihre ersten Bücher veröffentlichte, konnte niemand ahnen, was für eine Industrie daraus entstehen würde. Heute wissen wir es. Astrid Lindgrens Bücher sind in über 165 Millionen Exemplaren und in 107 Sprachen erschienen. Sie werden ständig überall in der Welt neu aufgelegt. Es wurden über 50 Filme und Serien gedreht, hinzu kommen Tausende Theaterstücke und Musicals. Man hat mehrere Preise zu ihren Ehren eingerichtet und Schulen, Kitas, Wohngebiete und Parks nach ihren Figuren benannt. Nicht zuletzt hat Astrid Lindgren uns durch ihren Einsatz für Kinderrechte und Tierwohl, für Ökologie und Gleichberechtigung ein großes humanistisches Erbe hinterlassen.

Wir von der Aktiengesellschaft Astrid Lindgren sind davon überzeugt, dass die Welt Astrid Lindgren braucht, heute vielleicht mehr als je zuvor, und machen in ihrem Sinne weiter.

Astrid Lindgren Comapany

Wir haben unseren Sitz in Stockholm, sind aber weltweit tätig. Wir arbeiten langfristig, mit hohen Qualitätsanforderungen und konsequenter Werktreue. Wir sind stolz auf und dankbar für unsere wunderbaren Kooperationspartner, die gemeinsam mit uns das Werk von Astrid Lindgren verbreiten. Einige der wichtigsten findet man in Vimmerby – dem Ort, an dem alles begann. Astrid Lindgrens Welt und Astrid Lindgrens Näs leisten einen bedeutenden Beitrag dazu, die Geschichten und die Person Astrid Lindgren mit Leben zu erfüllen.

Der Auftrag der Aktiengesellschaft Astrid Lindgren ist es, das Werk von Astrid Lindgren in der ganzen Welt zu schützen und zu verbreiten. Dabei folgen wir immer Astrid Lindgrens deutlichen Richtlinien dazu, was erlaubt, machbar und erwünscht ist. Wir möchten, dass so viele Kinder und Erwachsene wie möglich auch in Zukunft die Geschichten von Astrid Lindgren lesen, die Filme und Theaterstücke sehen, ihre Lieder hören und ihre Welt verinnerlichen können. Am besten fängt man hier damit an, in Astrid Lindgrens Vimmerby. Dem Ort, den sie ihr ganzes Leben lang Zuhause nannte.

Olle Nyman, Enkel von Astrid Lindgren und Geschäftsführer Astrid Lindgren Company

Astrid in der Küche von Näs 

Die ganze familie in Näs.

© The Astrid Lindgren Company

Foto:Fotograf: Nils-Erik Pettersson

Von Bullerbü nach Katthult

Fast alle Bücher von Astrid Lindgren haben einen Bezug zu Vimmerby. Als einige der Geschichten verfilmt werden sollten, suchte man hier in der Gegend nach authentischen Milieus.

Das idyllische Dorf Gibberyd bei Rumskulla war von 1971 bis 1973 Drehort für den kleinen Michel und seine Familie in Katthult. Etwa später, 1986 und 1987, wurden die Filme über die Bullerbü-Kinder in den drei kleinen Häusern in Sevedstorp bei Pelarne gedreht.

Sogar die Krachmacherstraße findet man in Vimmerby, gleich vor dem Eingangstor zu Astrid Lindgrens Welt. Anfang der 1990er Jahre war auf der hügeligen Gasse ein Filmteam zugange, allen voran die kleine Lotta. Weiter gehts nach Mariannelund! Das Filmdorf Småland lädt zu einer interaktiven Ausstellung über die Entstehungsgeschichte der Filme ein, mit klassischen Studiobauten und Originalkostümen.

 

 

Bullerbü, Sevedstorp

Katthult, Gibberyd

Filmbyn Småland, Mariannelund

Foto:Astrid Lindgrens Värld

In Astrid Lindgrens Welt werden Märchen wahr!

Die Villa Kunterbunt gibt es tatsächlich. Und ebenso Bullerbü, die Mattisburg und viele andere Schauplätze, an denen sich die Geschichten von Astrid Lindgren zutragen. Man findet sie alle an einem Ort: Astrid Lindgrens Welt.

Alle Schauplätze im Erlebnispark stammen aus den Erzählungen von Astrid Lindgren, und man kann jederzeit einer der Buchfiguren leibhaftig begegnen. Denn was wäre Birkenlund ohne Madita und die Mattisburg ohne Räuber? An diesen lebhaften Schauplätzen werden täglich Szenen aus den Büchern nachgespielt. Beim Zuschauen ist man den Ereignissen ganz nahe und manchmal auch mittendrin.

Für Kinder ist es ein tolles Erlebnis, Pippi Langstrumpf, Karlsson vom Dach, Michel oder einer anderen Lieblingsfigur zu begegnen. Nach den Vorstellungen geht der Spaß weiter, wenn die Kinder dort spielen und herumtoben, wo eben noch eine Theaterbühne war. Welches Kind möchte nicht Sachensucher in Pippis Villa Kunterbunt sein oder sich mit den Gebrüdern Löwenherz an Tengils Soldaten anschleichen? Astrid Lindgren hat sich immer dafür eingesetzt, dass Kinder Kinder sein dürfen. Das freie Spielen zieht sich wie ein roter Faden durch alle ihre Bücher und hat einen selbstverständlichen Platz in Astrid Lindgrens Welt. Außer den aufregenden Schauplätzen aus den Geschichten, die die Kinder erforschen können, bietet der Park auch viele Orte einfach zum Spielen und Toben.

Spielen macht hungrig! Alle Gerichte, die in den verschiedenen Restaurants im Park angeboten werden, wurden von uns aus regionalen Zutaten von Grund auf zubereitet. Wir legen großen Wert auf gesundes und leckeres Essen, das Kindern ebenso schmeckt wie Erwachsenen. Die meisten Zutaten kommen aus der Gegend, und die Menüs wurden in Zusammenarbeit mit einem der besten Köche Schwedens komponiert, Fredrik Eriksson vom Gasthof Långbro. Bei uns gibt es leichte Gerichte ebenso wie echte schwedische Hausmannskost.

Direkt im Anschluss an Astrid Lindgrens Welt bestehen vielseitige Übernachtungsmöglichkeiten. In der neugebauten „Kleinen Stadt“ (Den lilla staden) übernachtet man bequem in einem ruhigen Stadtteil mit Platz zum Spielen und Beisammensein. Die Häuser in verschiedener Größe und Ausführung wurden nach småländischer Handwerkstradition gebaut.

Im Sommer 2020 wird Astrid Lindgrens Welt geschlossen.

Willkommen zurück für die Saison 2021!

Astrid Lindgrens Näs

Astrid Anna Emilia wurde am 14. November 1907 hier auf dem Bauernhof Näs geboren. Sie kam als zweites von vier Kindern zur Welt. Zusammen mit den Bauernkindern und dem Nachwuchs vom benachbarten Pfarrhof waren Astrid und ihre Geschwister die tatsächlichen Bullerbü-Kinder. Die Geschichten von ihren Spielen kennt man heute in der ganzen Welt. Hier ist Astrid im Limonadenbaum geklettert und hat mit ihren Geschwistern „Nicht-den-Fußboden-berühren“ und „Kickse-Kickse-hu“ gespielt. Hier ist sie im Heu getobt und hat in Kristins Küche Geschichten erzählt bekommen.

Das Elternhaus 

In den 1960er Jahren ließ Astrid Lindgren das Haus, in dem sie ihre Kindheit verbracht hatte, originalgetreu herrichten. In diesem Umfeld fand sie die Anregungen für einige ihrer beliebtesten Erzählungen. Heute können Sie an einem Rundgang durch das Elternhaus teilnehmen. In der Hauptsaison bieten wir täglich Führungen auf Schwedisch und Englisch an.

Astrid Lindgren für die ganze Welt  

Hier lernen Sie die Person, Schriftstellerin und Meinungsmacherin Astrid Lindgren näher kennen. Unser Audioguide in vielen verschiedenen Sprachen führt Sie bequem durch die Ausstellung. Für junge Besucher gibt es eigens eine Kinderversion auf Schwedisch, Deutsch und Dänisch.

Die Gärten in Astrid Lindgrens Näs

Unsere Gärten knüpfen an wichtige Themen im Leben und Werk von Astrid Lindgren an. Sie sind ein Ort der Kultur, für Gespräche und Debatten, für Spaß und Ernst, zum Spielen und Toben. Lassen Sie sich von Astrid Lindgrens Verhältnis zur Natur, zur Freude und Kraft des kreativen Gestaltens und zum Spiel und Ernst des Lebens inspirieren! Die vielseitigen Gärten werden jedes Jahr verändert – eine Geschichte, die nie aufhört.

Wir spielten und spielten und spielten, so dass es das reine Wunder ist, dass wir uns nicht totgespielt haben.

Astrid Lindgren, ”Samuel August från Sevedstorp och Hanna i Hult”

 

 

Astrid Lindgrens Näs är stängt för säsongen. 

Välkommen åter 2021!

 

Machen Sie einen Spaziergang in Vimmerby

Haben Sie sich jemals gefragt, was sich hinter den Türen der alten Häuser entlang Storgatan befindet, wo Astrid Lindgren ihren ersten Job bekam oder wo es alte Denkmäler aus der jüngeren Eisenzeit gibt? Willkommen bei zwei Wanderwegen, einem auf den Spuren von Astrid Lindgren und einem durch die Kultur und Geschichte von Vimmerby.

Astrid Lindgrens Geschichten sind voller Details und Geschichten von Orten und Menschen, die Teil ihres Lebens in Vimmerby waren. Auf dem Spaziergang „auf den Spuren von Astrid Lindgren“ erhalten Sie einen genaueren Einblick in die Orte, die einige Ihrer Lieblingsgeschichten geprägt haben.

In der Wanderung „Kultur und Geschichte“ tauchen Sie tief in die Geschichte von Vimmerby ein, gemischt mit aufregenden Anekdoten über Orte und Menschen. Vom erklärten historischen Haus auf Storgatan bis zur Kirchengeschichte von Vimmerby führt Sie der Spaziergang durch die Stadt.

Nutzen Sie die Gelegenheit, zwischen den Erlebnissen Zeit zu verbringen, dem Einkaufsbummel einen kulturellen Stempel aufzudrücken oder Ihr Mittagessen mit einem leichteren Spaziergang zu kombinieren. Nehmen Sie am gesamten Spaziergang teil oder wählen Sie Teile davon aus. Es hängt alles von dir ab!

Foto:Karin Andreason

Vimmerby – Der Nabel Skandinaviens

Text: Jens Andersen. Foto. Karin Alfredsson

„Oh, friedvolle Kindheit im No-o-orden!”, brüllt die fünfjährige Lisabeth in Astrid Lindgrens Buch über „Madita”. Zusammen mit ihrer großen Schwester Madita ist sie im Schneegestöber mit dem Schlitten unterwegs nach Hause zu Mutter und Vater in Junibakken, nachdem die beiden Mädchen einen gefährlichen Ausflug auf dem glatten dunklen Eis des Flusses gemacht haben.

Wir alle, die wir im friedlichen Skandinavien leben, sollten eigentlich jeden Tag genauso laut und fröhlich wie Lisabeth singen. Wenn man sich vorstellt, dass man sich frei über die Landesgrenzen hinwegbewegen kann, ohne sich fremd oder unerwünscht zu fühlen. Wie nie zuvor arbeiten wir in unseren Nachbarländern, gründen dort Familien und mieten und kaufen Häuser. Nach außen hin sind wir zwar Schweden, Norweger, Dänen, Finnen und Isländer, aber ganz im Inneren – glaube ich – auch stolz auf unsere skandinavische Zusammengehörigkeit, die auf einer Lebensanschauung und einem Naturgefühl basiert, deren Wurzeln im Wechsel der Jahreszeiten auf der nördlichen Erdhalbkugel liegen. Alle durchleben wir den langen dunklen Winter, das wunderbar farbenfrohe Frühjahr und den kurzen intensiven Sommer mit den hellen Nächten an Seen und am Meer, in den Bergen, auf Feldern und Wiesen, in Wäldern und Städten.

Durch Astrid Lindgrens Bücher erleben wir dieses skandinavische Kulturerbe sehr intensiv. Das ist etwas, das Pippi Langstrumpf und die Kinder aus Bullerbü, Mio, Rasmus und Madita, Michel, die Brüder Löwenherz, Ronja und Birk seit mehr als einem halben Jahrhundert ausstrahlen und das wir Jahr für Jahr in Vimmerby mit Leben füllen. Nicht nur mit den vielen tollen und energischen Schauspielern von „Astrid Lindgrens Welt”, sondern auch durch das einzigartige Museumsambiente von „Astrid Lindgrens Näs” und die alten Straßen rund um den Marktplatz von Vimmerby, wo Astrid Lindgren als Kind Süßigkeiten gekauft hat und zum Markt gegangen ist, und später als junge Frau zum Tanz ins Stadthotel ging und gleich um die Ecke in der Straße Storgatan als Nachwuchsjournalistin gearbeitet hat.

Im Laufe des Sommers lernen Familien mit Kindern aus ganz Europa bei ihrem Besuch in Vimmerby etwas über die skandinavische Mentalität, Lebensart und Umgangsformen. Ein Kulturerbe, dessen Fundament das Verständnis für die Bedeutung von Kindern und Kindheit ist, um das wir vom Rest der Welt beneidet werden und das man gerne mit uns teilen würde, falls das möglich wäre. Denn das ist etwas, das alle Erwachsenen dieser Welt gemeinsam haben – unabhängig von den politischen und religiösen Überzeugungen – nämlich, dass wir alle mal Kinder waren und einen kleinen Rest davon unser ganzes Leben lang mit uns herumtragen. Wenige Schriftsteller auf der Welt haben uns das so stark und eindringlich in Erinnerung gerufen wie Astrid Lindgren. Vor 100 Jahren war sie selbst Kind und ein junges Mädchen in Vimmerby. Sie ist auf dem Hof Näs aufgewachsen, wo ihre Eltern, Hanne und Samuel August, für ihre vier Kinder ein Heim geschaffen haben, das auf Liebe, Respekt und Toleranz beruhte. Und innerhalb dieses festen und sicheren Rahmens hatten Astrid, Gunnar, Stina und Ingegerd Unmengen von Zeit, um zu spielen und herumzufantasieren, nachdem die täglichen Pflichten erledigt waren.

Von ihrer glücklichen Kindheit in Näs hat Astrid Lindgren den Rest ihres Lebens gezehrt. Nicht zuletzt in ihren schweren und düsteren Augenblicken als Erwachsene. Die guten und schönen Erinnerungen an Småland waren eine unerschöpfliche Quelle für ein schriftstellerisches Werk, das in so viele Sprachen übersetzt wurde, dass es längst weltumfassend ist. Sehr viel besser als selbst die dicksten und klügsten Bücher über Kindererziehung lehren uns Pippi, die Kinder aus Bullerbü, Mio, Rasmus, Madita, Michel, Jonathan, Krümel, Ronja und Birk, wie man als Menschen miteinander umgeht, und worauf ein gutes friedvolles Leben immer beruhen sollte. Deshalb lesen wir Skandinavier weiterhin Astrid Lindgren und teilen sie mit dem Rest der Welt. Und deshalb pilgert eine Generation von Kindern nach der anderen mit den Erwachsenen nach Vimmerby – zum Nabel der Welt.