Die historischen Gebäude Vimmerbys

Das Rathaus in Vimmerby Das Rathaus in Vimmerby, vermutlich eines der ersten Häuser der Stadt, das von einem Architekten gezeichnet wurde, erbaute man 1824-25, folglich nur einige Jahre nach dem verheerenden Brand. Es handelt sich um ein Gebäude im straffen neoklassizistischen Stil, zeitlos in seiner Schlichtheit und eines der fünf Baudenkmäler Vimmerbys. In dem schönen Sitzungssaal wurden viele Beschlüsse gefasst und zahlreiche Meilensteine in der Geschichte der Stadt von Beamten und Politikern festgehalten.

Im 19. Jh. kam es auch vor, dass der ehrwürdige Sitzungssaal in einen Ballsaal verwandelt wurde, in dem sich die Bürger der Stadt bei den für diese Zeit typischen Gesellschaftsspektakeln vergnügten. Als im Jahre 1976 das neue Stadthaus fertig gestellt wurde, hatte das Rathaus seine Bedeutung als Herz der Stadtverwaltung verloren. Stattdessen tagt nun das Amtsgericht Västervik in den alten Rathausräumen.

Vimmerby hat lange im Dornröschenschlaf geruht, wurde aber 1962 aus seinem Schlummer geweckt. Damals entdeckte man die einzigartigen Malereien im Grankvistgården in der Storgatan. Das Denkmalpflegeamt mit Dr. Åke Nisbeth als treibender Kraft begann sich für die vorher unauffällige Stadt am Stångån zu interessieren. Der Grankvistgården, der 1963 zum Baudenkmal erklärt wurde, ist vermutlich vor dem Jahr 1700 erbaut worden.
Das Grankvistgården in Vimmerby

Die zeitgenössischen Barockmalereien von einem noch immer unbekannten Künstler sind sehr gut erhalten, und die Freilegungs- und Restaurierungsarbeiten, die bei der "Entdeckung" des Hauses durchgeführt wurden, haben den Grankvistgården zu einer der herausragenden Sehenswürdigkeiten Vimmerbys gemacht. Weder der Grankvistgården noch andere Baudenkmäler in der Storgatan sind Museen, sondern äußerst lebendige Kulturhäuser, bevölkert mit geschäftigen Menschen. Die inspirierende Atmosphäre des Grankvistgården lockt Besucher an, die mehr über die ältere Bebauung Vimmerbys wissen möchten.

Man brauchte keine Häuser zu versetzen, um ein "Altes Vimmerby" zu schaffen. Die Häuser stehen an ihrem Platz in der Storgatan, und viele sind einzigartig im Land. Nur ein Stückchen vom Grankvistgården entfernt liegt der Tenngjutaregården, der fast aus der gleichen Zeit stammt und 1964 aus seinem 200-jährigen Schlaf geweckt wurde. In beiden Fällen war es der Goldschmied Beyron Milton, der die Rolle des Prinzen spielte. Das Ehepaar Thyra und Beyron Milton hat in den Jahren, nachdem Vimmerby seinen "intellektuellen Aufschwung" erfahren hatte, die Aufrüstung der kulturhistorischen Bebauung der Storgatan mit großem Interesse verfolgt.

Als Vertreter der Denkmalpflege in Vimmerby war Beyron Milton immer als erster zur Stelle, wenn neue Funde gemacht wurden. Dank seines fundierten Wissens in Bezug auf Stillehre konnte vieles für die Nachwelt gerettet werden. Der Hof, der seinen Namen nach den Zinngießern Gudmund Östling und Zadek Bergenholtz erhielt, schaut auf eine lange Geschichte zurück und erlebte seine wirkliche Blütezeit im 18. Jahrhundert.

Im Gegensatz zum Grankvistgården weiß man sowohl den Namen des Künstlers als auch das Jahr, in dem er im Auftrag des Zinngießers Östling Decken und Wände dekorierte, um das Haus zu einem standesgemäßen Wohnsitz zu machen. Über der Tür zur Küche, die immer noch ihr ursprüngliches "Guckloch" hat, steht außer einem Bibelzitat auch Folgendes: "Gemalt von Joh. Lundgren Olofsson den 27. Oktober 1767".

Der Tenngjutaregården, der 1964 hoffnungslos verfallen aussah, hat heute wieder seinen ursprünglichen Charakter eines Bürgerhofes aus dem 18. Jh.. Außer Dach- und Wandmalereien findet man noch verschiedene Tischlerarbeiten aus der Blütezeit des Hauses - u.a. hat die Außentür zur Storgatan noch ihre alten Beschläge. Im Speisesaal, der ehemaligen Zinngießerwerkstatt, nimmt ein Schmelztiegel aus Gußeisen von 1825 einen Ehrenplatz ein.

Der Borgmästaregården in der Storgatan 3 ist Vimmerbys viertes Baudenkmal, benannt nach Otto Gustaf Wahlberg, der 1870-1907 Bürgermeister der Stadt war. Auch dieser Hof wurde im 18. Jh. erbaut, aber verglichen mit mehreren anderen kulturhistorischen Gebäuden ist er noch ziemlich unerforscht. Der jetzige Eigentümer ist allerdings ein Mann, der sich mit alten Dingen auskennt. Dank seines Antiquitätenhandels sind einige Teile des Borgmästaregården nun für die Allgemeinheit zugänglich. Verschiedene Möbel aus dem Bürgermeisterhaus befinden sich noch immer in ihrer ursprünglichen Umgebung im Obergeschoss, u.a. prachtvolle Esszimmermöbel aus Eiche, eine Tafel und ein originaler Rasierspiegel auf drei Beinen, wo sogar noch die Wachskerze des Bürgermeisters in ihrem Kerzenhalter steckt.

Setzt man seine Wanderung auf der Storgatan fort, kommt man zum Hammarskjöldska Gården, der gegenüber vom Rådmansgården liegt. Das Haus wurde vermutlich im 18. Jh. errichtet und während der Empirezeit umgebaut. In der selben Reihe liegt die Nr. 17, ein grün gestrichenes 2-geschossiges Haus, in dem man Deckenmalereien ähnlich wie im Grankvistgården gefunden hat. Malereien sind in den alten Bürgerhäusern der Storgatan eher Regel als Ausnahme. Das macht die Straße so einzigartig. Keine andere Stadt in Schweden hat so etwas aufzuweisen.

Als Kuriosum kann erwähnt werden, dass der berühmte Arzt und Schriftsteller Axel Munthe als Kind ein oder mehrere Jahre in Vimmerby zur Schule ging und in der Storgatan wohnte. Sein Vater war Apotheker, und Mitte des 19. Jh. lag die Apotheke in der Storgatan 25. Im selben Haus wohnte die Familie Munthe. Sämtliche Häuser der Storgatan befinden sich in Privatbesitz und sind normalerweise nicht für die Allgemeinheit zugänglich, abgesehen von den genannten Ausnahmen.