Die Geschichte von Vimmerby

 
Die Altstadt von Vimmerby lernt man am besten bei einem Spaziergang entlang der Storgatan kennen. Sie ist nicht nur das historische Herz der Stadt, sondern auch ihre moderne Pulsader. Eine lebendige Straße mit pietätvoll restaurierten Wohnhäusern in Blau, Rot, Grün, Gelb und Terrakotta. Hier findet man Geschäfte mit schiefen Fußböden, asymmetrischen Wänden und niedrigen Decken, aber mit einem umfangreichen und modernen Sortiment.

Die Storgatan durfte ihren speziellen Charakter behalten und ist gleichzeitig kein langweiliges Museum geworden. Stattdessen wurde sie im Laufe der letzten Jahre durch private und kommunale Initiativen immer lebendiger. Mit ihrem seit dem Mittelalter unveränderten Verlauf ist Storgatan ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Erhalt und Erneuerung vereint werden und einander ergänzen können.

Die Geschichte Vimmerbys führt weit zurück. Archäologische Funde bezeugen, dass die Region schon seit der frühen Stein- und Bronzezeit bevölkert war. Das große Eisenzeitgräberfeld im Gästgivarehagen belegt, dass sich auf dem Platz, wo heute Vimmerby liegt, schon vor Christi ein dichtbevölkertes Dorf befand. Auch wenn das Gründungsjahr nicht bekannt ist, so wissen wir, dass Vimmerby eine der ältesten Städte Schwedens ist. Im Jahre 1192 brannten die Dänen die Stadt zum dritten Mal nieder, und Mitte des 13. Jahrhunderts, als Birger Jarl in Schweden herrschte, zelebrierte Pastor Henricus Erici die heilige Messe in der Kirche zu Vimmerby.

Im späten Mittelalter - vor 1350 - war Vimmerby eine blühende Stadt, aber dann häuften sich die Schicksalsschläge. In den folgenden drei Jahrhunderten kamen die Dänen immer wieder, plünderten, brannten nieder und versetzten die Bewohner Vimmerbys in Angst und Schrecken. Sie mussten teuer dafür bezahlen, dass ihre Stadt genau auf dem Kieshügel im Stångå-Tal lag, wo einige der wichtigsten Wege des Reiches zusammentrafen und eine Art Knotenpunkt bildeten. Bei Skillingarums Gästgivaregård, gleich südlich von Vimmerby, haben Könige und Kriegsheere, Priester und Mönche gerastet. Über diese Wege zog auch Nils Dacke mit seinen Männern.

Auch in Friedenszeiten wurde Vimmerby von schweren Bränden heimgesucht. 1683 wurden große Teile der Bebauung durch ein Feuer zerstört, wobei die Höfe rund um den Marktplatz und entlang der Storgatan am schwersten betroffen waren. Aber die Bewohner Vimmerbys waren ein abgehärtetes Volk, und dem Brand folgte eine Periode des lebhaften Wiederaufbaus.


Die Bürger der Stadt versuchten sich gegenseitig zu übertreffen, und die neuen Häuser wurden sowohl größer als auch aufwendiger. Die ältesten Teile des Grankvistgården und des Tenngjutaregården stammen aus dieser Zeit, und auch in anderen Häusern der Storgatan findet man umfassende Gebäudeteile aus der Zeit um 1700. Der letzte große Brand ereilte Vimmerby 1821, ein Drittel der Stadt lag in Asche. Alle Höfe rund um den Marktplatz und in der Nachbarschaft wurden zerstört, u.a. das Rathaus, das man 1683 nach dem Brand wieder aufbaute. Hingegen blieb ein Großteil der Bebauung der Storgatan zum Glück für kommende Generationen verschont.